Klaus Berger betreibt eine Autovermietung. Teure Porsche- und Ferrari-Modelle werden in die ganze Welt verliehen. Auch Sportler, Filmstars und TV-Produktionen sind an seinen Autos interessiert. Dennoch bleibt er bodenständig.

 

McLaren, Ferrari und Porsche stehen bei Klaus Berger dicht an dicht nebeneinander und wer hier die Wahl hat, hat die Qual. Der Odenkirchener hat sich vor zwölf Jahren mit einer Autovermietung selbstständig gemacht, seit 2006 läuft dieses Geschäft unter dem Namen „Pegasus Exclusiv Cars.“ Spezialisiert hat sich Berger dabei auf teure Luxusautos, die er in Odenkirchen ausstellt. „Laufkundschaft gibt es hier allerdings nicht. Fast alle unsere Kunden bestellen per Telefon oder über das Internet. Die Wagen werden dann von Mitarbeitern ausgeliefert und wieder abgeholt“, schildert der Unternehmer den Ablauf.

Die wertvollen Pkw gehen dann beispielsweise nach Frankfurt, wo Berger mit einem Fünf-Sterne-Hotel kooperiert, das die Autos direkt an die Gäste vermietet. Pegasus-Rent ist auch in Cannes (Südfrankreich) und Marbella (Südspanien) mit Büros vertreten. Daher werden auch dort Autos hingeliefert und vor Ort vermietet. „Vier Wochen pro Jahr arbeite ich in Cannes, in Marbella bin ich nur sporadisch“, sagt der gebürtige Mönchengladbacher.

Sein Vater hatte sich ebenfalls mit einer Autovermietung selbstständig gemacht. „Er hat sein Geschäft nur eine Straße weiter. Da ich ihm keine Konkurrenz machen wollte, habe ich mich auf teure Autos spezialisiert.“ Mit diesem Angebot hat er sich inzwischen etabliert. Bis zu 300 Autos gehören zu seiner Flotte, in den Sommermonaten – der Hauptsaison – liegt die Auslastung bei 80 Prozent. Ansonsten sind es 20 bis 30 Prozent. „Die Wagen werden vor allem von Arabern und Russen gemietet, die hier ihren Urlaub verbringen“, sagt Berger. Inzwischen kämen auch verstärkt Asiaten dazu, die sich für einige Wochen einen edlen Sportwagen leihen, um das Land zu erkunden.

Hin und wieder leihen auch Sportler einen Wagen bei Klaus Berger, in Cannes sind gerade während der jährlich dort stattfindenden Filmfestspiele, auch mal weltberühmte Filmstars unter den Kunden. In Deutschland leiht der Odenkirchener, der die Autovermietung zusammen mit seiner Lebensgefährtin Suthamat Viwayko leitet, seine Luxusautos auch mal für die Produktion der TV-Serie „Alarm für Cobra 11“ oder Sendungen von Entertainer Stefan Raab aus. Nichtsdestotrotz bleibt Berger bodenständig. „Ich habe davon ja nichts, da ich die Stars nie selbst zu Gesicht bekomme.“

Besonders beliebt bei den Kunden sind tatsächlich Porsche und Ferrari. Der Autovermieter erklärt das folgendermaßen: „Ferrari ist durch Formel 1 und Michael Schumacher ein Mythos. Und einen Porsche zu fahren, davon träumt wohl jeder Mann einmal.“ Wie wohlhabend Bergers Kunden sein müssen, zeigt ein Blick auf die Preise: 1380 Euro Miete pro Tag kostet beispielsweise der weiße Ferrari, der derzeit im Ausstellungsraum steht. Wer ein solches Gefährt mieten will, muss eine Mindestdeckung von 10 000 Euro auf seiner Kreditkarte haben. „Das ist wichtig, damit mögliche Schäden gedeckt sind“, erklärt der Odenkirchener.

Durchschnittlich einmal pro Jahr kommt es zu einem Totalschaden bei Bergers Flotte. Aber auch abgesehen von solchen Fällen hat er hohe Ausgaben zu decken: Allein die Inspektion eines Luxusautos kostet zwischen 4000 und 5000 Euro. Dazu kommen Versicherung, die Transportkosten und der Routinecheck der Fahrzeuge nach jedem Verleih. Autos, die älter als zwei Jahre sind, fallen für gewöhnlich aus dem Verleih heraus – diese Modelle können dann erworben werden. „Es ist allerdings nicht leicht, solche Wagen zu verkaufen“, sagt Berger.

Quelle: RP